Woraus besteht Parkett? Parkettarten und Aufbau einfach erklärt
Parkett besteht aus echtem Holz oder zumindest aus einer sichtbaren Nutzschicht aus mindestens 2.5 mm Echtholz. Je nach Parkettart ist der gesamte Boden aus massivem Holz gefertigt oder aus mehreren Schichten aufgebaut, die miteinander verklebt sind.
In diesem Artikel wird detailliert erklärt, woraus Parkett besteht, wie sich die verschiedenen Parkettarten im Aufbau unterscheiden und welche Rolle Holzarten, Oberflächenbehandlung, Formate und Verarbeitung spielen. Ziel ist es, einen sachlichen Überblick über Arten von Parkett und deren Eigenschaften zu geben.
Parkettboden: Aufbau und Zusammensetzung im Detail
Ein Parkettboden ist grundsätzlich ein Bodenbelag aus Holz, bei dem entweder Vollholz verwendet wird oder eine Nutzschicht von mindestens 2.5 mm aus Echtholz auf weiteren Tragschichten aufliegt. Entscheidend für Qualität und Langlebigkeit ist dabei die Stärke der Nutz- oder Deckschicht, da sie bestimmt, wie oft der Boden abgeschliffen werden kann.
Bei klassischen Parkettböden besteht die oberste Schicht aus massivem Holz. Diese Nutzschicht kann je nach Parkettart zwischen etwa 2.5 mm und 6 mm stark sein. Darunter befinden sich bei mehrschichtigen Varianten zusätzliche Schichten, die für Stabilität sorgen und das Arbeiten des Holzes reduzieren.
Mehrschichtparkett besteht aus mehreren verleimten Lagen. Die oberste Schicht ist stets Echtholz, darunter folgen eine oder mehrere Tragschichten, häufig aus Massivholz, HDF oder anderen Holzwerkstoffen. Diese Konstruktion sorgt für einen stabilen Boden, der weniger auf Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit reagiert.
Die gesamte Aufbauhöhe eines Parkettbodens variiert je nach Konstruktion. Massivparkett erreicht häufig eine Stärke von bis zu 22 mm oder sogar 25 mm, während Mehrschichtparkett meist dünner ausfällt und damit auch für Renovierungen oder den Einsatz auf einer Fussbodenheizung geeignet ist.
Konstruktionsarten im Überblick
Parkettarten unterscheiden sich nicht nur in der Optik, sondern vor allem im konstruktiven Aufbau. Je nach Konstruktion beeinflussen sie die Aufbauhöhe, die Stabilität des Bodens, die Eignung für bestimmte Einsatzbereiche sowie die Möglichkeiten zur Renovierung durch Abschleifen.
1. Massivparkett
Massivparkett besteht zu 100 % aus Vollholz und damit vollständig aus einer einzigen Holzart. Der gesamte Bodenbelag ist aus einem Stück Holz gefertigt, was dem Parkettboden eine sehr hohe Wertigkeit und eine natürliche Ausstrahlung verleiht.
Aufgrund der durchgehenden Holzstärke kann Massivparkett mehrfach abgeschliffen werden, was eine sehr lange Nutzungsdauer (oft über Jahrzehnte) ermöglicht. Typische Stärken liegen häufig bei 22 mm oder bis zu 25 mm. Massivparkett wird in der Regel vollflächig verklebt, um eine stabile Verbindung mit dem Untergrund herzustellen.
- Einschichtparkett (Konstruktionsform): Dies ist eine spezifische Bauform des Massivparketts, die aus einer einzigen, durchgehenden Holzschicht besteht. Typische Vertreter sind Stabparkett, Mosaikparkett oder Hochkantlamellenparkett. Diese Parkettarten werden üblicherweise roh verlegt, anschliessend geschliffen und vor Ort endbehandelt.
2. Mehrschichtparkett
Mehrschichtparkett besteht aus zwei oder drei fest miteinander verleimten Schichten und wird entsprechend als 2-Schicht-Parkett oder 3-Schicht-Parkett bezeichnet.
- Nutzschicht: Die oberste Schicht ist stets Echtholz und bildet die sichtbare Oberfläche.
- Trägerschicht(en): Darunter befinden sich stabilisierende Lagen, die meist aus Massivholz, HDF oder anderen Holzwerkstoffen bestehen und oft kreuzweise verleimt sind.
- Gegenzugschicht (bei 3-Schicht-Parkett): Eine unterste Schicht, die Spannungen ausgleicht und die Formstabilität erhöht.
Diese mehrschichtige Bauweise macht den Parkettboden besonders formstabil und reduziert das Arbeiten des Holzes bei Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
3. Fertigparkett
Fertigparkett ist eine Handelsbezeichnung für Mehrschichtparkett, das werkseitig bereits vollständig geschliffen und mit einer Oberflächenbehandlung (geölt oder lackiert) versehen wird. Der Boden ist daher nach der Verlegung sofort nutzbar. Fertigparkett wird häufig mit einem Klick-System für die schnelle, schwimmende Verlegung angeboten und ist durch seine geringere Aufbauhöhe oft die bevorzugte Wahl bei Renovierungen.
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Format und Optik
Neben dem konstruktiven Aufbau unterscheiden sich Parkettarten auch in Format, Abmessungen und optischer Wirkung. Die Wahl des Formats beeinflusst nicht nur das Erscheinungsbild des Raumes, sondern auch, wie ruhig, lebendig oder klassisch ein Parkettboden wirkt und wie gut er sich in den jeweiligen Einrichtungsstil einfügt.
Stabparkett
Stabparkett besteht aus einzelnen Holzlamellen, die traditionell mit Nut und Feder verbunden und in unterschiedlichen Mustern verlegt werden. Beliebte Verlegemuster sind Fischgrät, Parallelverband oder Würfelmuster, die den Charakter des Raumes stark prägen. Durch diese Vielfalt an Mustern bietet Stabparkett eine klassische, zeitlose Optik und ermöglicht eine individuelle Gestaltung des Parkettbodens, wobei die Maserung des Holzes besonders gut zur Geltung kommt.
Mosaikparkett
Mosaikparkett setzt sich aus kleinen Holzlamellen zusammen, die bereits werkseitig auf Netzen oder Trägern vormontiert sind. Mit einer geringen Stärke von etwa 8 mm eignet sich diese Parkettart besonders für Räume mit begrenzter Aufbauhöhe. Die kleinteilige Struktur erzeugt eine lebendige Optik, die den Boden optisch belebt und zugleich eine gleichmässige Flächenwirkung entstehen lässt.
Lamparkett
Lamparkett ist eine Zwischenform aus Stabparkett und Mosaikparkett und besteht aus vergleichsweise schmalen Holzlamellen mit geringerer Stärke. Die Elemente sind grösser als beim Mosaikparkett, jedoch dünner als klassisches Stabparkett. Aufgrund moderner Mehrschicht- und Fertigparkettvarianten wird Lamparkett heute seltener eingesetzt, findet jedoch weiterhin Anwendung bei Sanierungen mit niedriger Aufbauhöhe.
Diele
Die Diele bezeichnet breite und lange Parkettelemente, die eine ruhige, grosszügige Flächenwirkung erzeugen. Dielenparkett betont die natürliche Maserung des Holzes besonders stark und lässt Räume optisch grösser wirken. Diese Parkettform ist häufig bei Mehrschichtparkett anzutreffen und passt gut zu modernen wie auch klassischen Einrichtungsstilen.
Unterschiede in der Oberflächenbehandlung
Die Oberflächenbehandlung beeinflusst Optik, Schutz und Pflegeaufwand eines Parkettbodens. Grundsätzlich wird zwischen geölten, gewachsten und lackierten Oberflächen unterschieden.
Geöltes Parkett wirkt natürlich und betont die Maserung des Holzes. Öl dringt in die Oberfläche ein, lässt das Holz atmen und sorgt für eine warme Haptik. Allerdings ist eine geölte Oberfläche anfälliger für Schmutz und benötigt regelmässige Pflege.
Gewachstes Parkett erhält zusätzlich eine schützende Wachsschicht. Diese macht den Boden leicht wasserabweisend und rutschhemmend. Gleichzeitig bleibt die natürliche Optik erhalten, jedoch ist auch hier ein höherer Pflegeaufwand erforderlich.
Versiegeltes Parkett besitzt eine geschlossene Schutzschicht. Lack schützt das Holz besonders gut vor Kratzern und Feuchtigkeit. Ein versiegelter Parkettboden gilt als pflegeleicht, kann bei Beschädigungen jedoch nur durch Abschleifen der gesamten Fläche renoviert werden.
Parkettversiegelungen im Vergleich
Die Art der Versiegelung bestimmt, wie gut Parkett vor Feuchtigkeit, Schmutz und Abnutzung geschützt ist und wie aufwendig die Pflege im Alltag ausfällt. Je nach Versiegelung unterscheiden sich Optik, Haptik sowie die Möglichkeit, den Parkettboden später auszubessern oder zu renovieren.
Geöltes Parkett
Geöltes Parkett wird mit Öl oder Öl-Wachs-Kombinationen behandelt, die tief in das Holz eindringen und es von innen schützen. Diese Art der Oberflächenbehandlung erhält die natürliche Struktur des Holzes und betont die Maserung besonders stark, wodurch die Oberfläche warm und authentisch wirkt.
Da die Oberfläche offenporig bleibt, kann geöltes Parkett Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben. Gleichzeitig ist eine geölte Oberfläche anfälliger für Schmutz und Flecken und erfordert eine regelmässige Pflege sowie ein gelegentliches Nachölen, um den Schutz langfristig zu erhalten.
Gewachst
Bei gewachstem Parkett wird auf das Holz eine Wachsschicht aufgetragen, die zusätzlich zur Ölbehandlung einen schützenden Film bildet. Diese Schicht macht den Parkettboden wasserabweisender und sorgt für eine leicht seidige Oberfläche mit angenehmer Haptik.
Gewachste Oberflächen gelten als empfindlicher gegenüber mechanischer Beanspruchung und Schmutz als lackierte Varianten. Um die Schutzwirkung aufrechtzuerhalten, ist ein regelmässiges Nachpflegen mit geeigneten Pflegemitteln notwendig.
Versiegelt
Lackiertes Parkett wird mit mehreren Lackschichten versiegelt, die eine geschlossene Schutzschicht auf der Holzoberfläche bilden. Diese Versiegelung schützt das Holz besonders gut vor Feuchtigkeit, Schmutz und Abnutzung und sorgt für eine gleichmässige Optik.
Ein lackierter Parkettboden gilt als pflegeleicht und ist für stark beanspruchte Räume geeignet. Bei Beschädigungen kann die Oberfläche jedoch nicht punktuell ausgebessert werden, sondern muss in der Regel durch vollständiges Abschleifen und Neuversiegeln renoviert werden.
Fazit
Parkett besteht immer aus Holz und unterscheidet sich je nach Parkettart deutlich im Aufbau, in der Nutzschicht und in der Oberflächenbehandlung. Ob Massivparkett, Mehrschichtparkett oder Fertigparkett – jede Variante besitzt spezifische Eigenschaften in Bezug auf Optik, Langlebigkeit und Pflege. Entscheidend für einen hochwertigen Parkettboden sind die Qualität des Holzes, der Aufbau sowie eine fachgerechte Verarbeitung.
FAQs
Ist Parkett aus echtem Holz?
Ja, Parkett besteht aus echtem Holz. Entweder ist der gesamte Boden aus Massivholz gefertigt oder zumindest die oberste Nutzschicht besteht aus Echtholz.
Ist Parkett geölt oder gewachst?
Parkett kann geölt, gewachst oder lackiert sein. Welche Oberflächenbehandlung verwendet wird, hängt von der gewünschten Optik, dem Pflegeaufwand und dem Einsatzbereich ab.




